Es ist der Montag nach dem ersten Advent und draußen wird es langsam richtig kalt. Ich mag diese Jahreszeit eigentlich sehr – es wird gemütlich und kuschlig in der warmen Wohnung, draußen überzieht glitzernder Frost die Gräser und lässt sie wie aus Glas scheinen und wenn die Sonne sich einmal ihren Weg durch die Schwaden gesucht hat scheint sie strahlender und heller als je zuvor.

Doch ich schrieb „eigentlich“, denn diese Jahreszeit bring dunkle Stunden mit sich die dem Körper die notwendige Helligkeit verweigern, die grauen Tage bringen Schläfrigkeit und Melancholie mit sich und mir scheint es manchmal als würde ich an solchen Tagen gar nicht wirklich wach werden.

Deswegen kommt der Advent wie gerufen – nun brennen überall Lichter und Kerzen. Nie ist die Stimmung festlicher als in den Wochen vor dem großen Fest und nie sind die Straßen und Plätze schöner gestaltet.  Was mir jedoch auffällt ist, dass die Menschen weniger von diesem Zauber mitgerissen scheinen, sich nicht mehr einfangen lassen von der Magie der Zeit und es fast so scheint als könnte das Glitzern der Fenster und Bäume die Herzen nicht mehr erweichen. Ich wünschte mir die Erwachsenen wären wie die Kinder, leicht zu verzaubern, überzeugt von Magie und voller Vorfreude – ohne den Stress der Vorweihnachtszeit, ohne Hektik und Einkaufstrubel, ohne To-Do-Listen und überfüllte Terminkalender.

Einfach wieder Kind sein, frei, sorglos und ungebunden. Gerade in den turbulenten und zu sehr gefüllten, überladenden und emotionsgeladenden letzten Wochen habe ich mir sehr oft gewünscht hinauszurennen in den Regen, mich in den Matsch zu setzen und zu wissen, dass, egal was passiert, jemand anderes, größeres, erwachsendes für mich wieder alles ins Reine bringt. Kind sein ist ein wertvolles Gut, Kind sein zu dürfen ein noch größeres. Ich habe das unglaubliche Glück eine traumhafte Bilderbuchkindheit als Start meines Lebens genießen zu können – eine Kindheit wie ich sie allen Kindern dieser Erde wünsche! Und vielleicht ist genau dies der Grund warum mich in solchen Zeiten gerne zurückerinnere und ein bisschen ins Träumen gerate, ich bin glücklich über das Leben das ich leben darf, über seinen Anfang und auch die folgenden Punkte auf meiner Vita, aber eine Zeit wie die der ersten Jahre wird wohl nie wieder darin vorkommen.

Wenn man an dieser Stelle ganz ehrlich ist, dann ist es wohl auch besser so, denn andernfalls wird niemand jemals mündig, selbstbestimmt und selbstständig leben können – aber ab und an ein bisschen träumen kann wie Balsam wirken, also verzeiht mir mein Abdriften 🙂

Genießt die Vorweihnachtszeit, liebe Leser, versucht ein bisschen Zauber, Magie und Spannung einzufangen und sie euch zu bewahren – das Auskosten dieser wundervollen Momente ist die Möglichkeit der Erwachsenen dem Kindsein nachzuspüren und das kleine warme Gefühl im Bauch zu spüren.

Liebe Grüße,

eure Maria