Der Frühling ist da, zumindest manchmal, wenn nicht gerade Schnee fällt oder Hagel oder Eisregen. Das Wetter spielt verrückt, aber davon lasse ich mich nicht beirren, nicht jetzt. Ich habe gute Laune, mein Leben verläuft in geordneten Bahnen und ich fühle mich pudelwohl, wenn da nicht diese Zukunftsplanungen wären.

Dieses was-wird-in-10-Jahren-sein-Gedenke und das irgendwann-wird-sich-was-ändern-Fantasiespiel. Neben dem sonnigen Gemüt ziehen dunkle Wolken auf und eigentlich will ich das gar nicht. Ich bin jung, frisch verheiratet und stehe am Eingang zu einem (hoffentlich) langen, erfüllten Leben, warum die Gewitterwolken? Vielleicht impliziert das ständig wechselnde Wetter meinen Gedanken das ständiger, ununterbrochener Sonnenschein meterologisch nicht in meine Klimazone passt und schon gar nicht in den April.  Während ich also in der Sonne sitzend mein Müsli schnabuliere leiste ich an mir selbst Überzeugungsarbeit für eine ausgelassene fast-Sommer-Stimmung und ich habe Erfolg (das kann möglicherweise auch an der Schoki im Müsli liegen), Sonnenschein und schlechte Laune sind entgegengesetzte Pole auch mit aller Kraft und der größten Mühe sind die zwei schlecht vereinbar. Ich würde ja ganz lapidar sagen: „sche** auf die Zukunft!“ aber damit würde ich auch daneben liegen, die Zukunft wird kommen das ist ziemlich sicher (genau wie der nächste Regenschauer). Es ist an mir das Denken und meine Gedanken über sie zu ändern. Es wird dauern bis ich in ihr keinen (End-)Gegner mehr sehe, kein Monster das mir mein gewohntes Sein und Leben nehmen wird, sondern einfach als das was sie ist: mein kommendes Leben geprägt und gesteuert durch mich selbst. Klingt direkt weniger bedrohlich, wenn du mich fragst. Die Zukunft ist so gesehen auch das einzige was mir mein Leben ermöglicht, oder? Ohne Zukunft auch keine alt werden mit meinem Liebsten und ohne Zukunft auch keine ruhigen, schönen Tage als alte Frau im Schaukelstuhl (Klischee, ich weiß). Mein Problem mit ihr liegt nicht darin, dass sie kommen wird (mal davon abgesehen, dass ich ihr Kommen niemals mitbekommen werde da es ja dann nicht mehr die Zukunft ist..) sondern darin, dass ich sie zum jetzigen Zeitpunkt weder kontrollieren noch steuern kann. Es ist also weniger die Zukunft die ich nicht mag, als vielmehr die Unvorhersehbarkeit des Lebens, aber dagegen gibt es kein Patentrezept und auch Google kann mir keine befriedigenden Ergebnisse liefern (wie damals für die last-minute-Hausarbeiten). Warum also sollte ich mich sorgen um Dinge die ich nicht beeinflussen kann? Ich sollte mich lieber um das Jetzt kümmern, stimmt´s? Um die Menschen die mir zur Seite stehen und mich lieben, da sie mir auch in der Zukunft Schützenhilfe leisten werden und ich somit der Zukunft nicht allein begegnen muss. Ihr Lieben, danke!

In diesem werde ich nun zu Ende mampfen und die Seele baumeln lassen, ohne schwarze Wolken und Gewitter, weil ihr da seid.

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Samstag, tanzt mit Freude in den Mai!

Eine unendlich lange Umarmung,

eure Maria