Draußen fällt Schnee. Feiner, weißer Staub der den Boden mit einem zarten Flaum bedeckt. Es ist kalt und jeder Spaziergang mit meinem Hund führt zu frierenden Händen und roten Wangen, aber für mich ist es die schönste aller Jahreszeiten, die Welt kommt zur Ruhe und irgendwie legt sich über das Leben eine Stille, wie sie nur selten anzutreffen ist.

Im Radio und Fernsehen laufen die Meldungen wie jeden Tag und wie jeden Tag ist die Erde über Nacht nicht friedlicher geworden, wie jeden Tag ist irgendwo Krieg und Terror, wie jeden Tag ist dort ein hungerndes Kind oder ein Mensch der nicht weiß, ob der nächste Tag auch für ihn anbricht. Mir fällt es, da will ich ehrlich sein, schwer an solchen ruhigen, besinnlichen Tagen an das Schlechte und Böse in der Welt zu denken und mich nicht in dem Frieden zu verlieren der mir gegönnt ist und den ich jeden Tag erfahren darf. Es scheint alles so weit weg zu sein, die Kriege und der Terror, sie erreichen mich über die Nachrichten und in den sozialen Netzwerken, aber sie sind dennoch so surreal, so ungreifbar und ohne Bezug zu meinem Leben. Verseht mich nicht falsch, ich möchte, wie jeder Mensch dieser Erde, solche Dinge nicht erleben und wünsche mir, dass es auch niemand anders in Not und Elend, in Krieg und Terror leben muss, aber vielleicht versteht ihr mich, wenn ich sage, dass es von Zeit zu Zeit im gemütlichen Zuhause schwer ist nicht alle negativen Nachrichten und alles Schlechte vor der Türe zu lassen und sich gegen die Wirklichkeit abzuschotten. Ich will gerne Mitleid, Mitgefühl und Anteilnahme zeigen, aber es ist so schwer sich in der heutigen Zeit für alle Krisen und alles Elend das Herz und die Gedanken offen zu halten.

Ich will nicht gefühllos klingen, aber ich habe ein Leben neben allen Nachrichten und ich merke in letzter Zeit wie anstrengend es ist sich mit jeder neuen Nachricht zu beschäftigen, sich jeder neuen Entwicklung zu widmen und alles zu verfolgen. Die Nachrichten überschwemmen mich jeden Tg mit negativen, tragischen Ereignissen, verbreiten eine unterschwellige Panik und versetzen die Konsumenten in eine regelrechte Habachtstellung, jederzeit bereit aufzuspringen. Ich will die Medien nicht schlecht reden, ich glaube auch nicht, dass sie die Menschen gezielt und willentlich in Aufruhr versetzen, aber durch die derzeitige Lage ist es einfach gegeben, dass eine schlechte, traurige Meldung auf die nächste folgt, es ist durch die Terrorgefahr zur traurigen Wahrheit geworden, dass die Gefahren vielleicht näher an uns heranrücken, und es ist die Pflicht der Medien zu informieren und aufzuklären. Ich verurteile sie nicht für ihre Arbeit, aber bei mir ist die Grenze erreicht, ich kann nicht mehr und will nicht mehr, ich möchte ein par Tage und Stunden voller Frieden und Ruhe, Stille und Besinnlichkeit genießen ohne mir Sorgen oder Gedanken machen zu müssen. Nennt mich egoistisch, weil ich mich nicht zu jeder Zeit mit anderen beschäftigen möchte, aber ich bin gerade an dem Punkt angelangt an dem es bei mir überläuft und ich eine Atempause brauche.

Ich hoffe, dass auch ihr auf euch selbst hört, euch soweit mit den Neuigkeiten und Geschehen befasst wie es für euch wichtig und gut ist, aber auch erkennt, wenn ihr mal, und sei es für kurze Zeit, etwas Abstand benötigt. Dies trifft nicht nur auf die Nachrichten, politische und tagesaktuelle Ereignisse zu, sondern auch auf alles andere, Streitereien, Sorgen, Kummer und den Alltagsstress, wenn es nötig ist, dann gönnt euch eine kurze Atempause, holt tief Luft, atmet durch und ordnet eure Gedanken. Ich wünsche euch nur das Beste!

Umarmungen und einen warmen Kakao oder Glühwein 😉  an euch alle

Eure Maria