Es ist gerade so laut, überall schreien Menschen ihre Meinungen hinaus, ob auf dem Papier oder im Radio, ob auf Facebook oder im Fernsehen, jeder hat eine starke, eigene, durch nichts und niemanden vorgegebene Meinung, das glauben sie zumindest. Doch sie alle sind in ihren Grundaussagen vergleichbar, es gibt Seiten und Gegenseiten und jeder kämpft um das Vorrecht besonders laut und auffällig zu sein.

Es ist zum Teil schockierend zu welchen Mittel gegriffen wird um sich als den einzig wahren Meinungstragenden zu etablieren, Menschen werden mit Worten verletzt, verhöhnt und durch den Dreck gezogen. Ist es das wert? Ist es so wichtig recht zu haben und zu behalten als das es dies alles rechtfertig? Ist es so unabdingbar für die eigene Meinung und ihre Weitergabe die Würde eines anderen zu verletzen und ihn als Menschen zu hinterfragen, hierbei denke ich vor allem an das Bild unserer Kanzlerin in den sozialen Netzwerken. Natürlich, das will ich niemandem absprechen, hat jeder das Recht auf eine Meinung und auch das absolut wichtige Recht diese frei zu äußern, aber muss es wirklich sein, dass dies zu solchen Entgleisungen führt? Ihr habt alle euren eigenen Kopf, das ist gut so, aber manche nutzen ihn zu wenig, um zu selektieren was und wie etwas weitergegeben werden soll und welche Aussagen wenig zielführend aber umso mehr verletzend sind. Debatten sind wichtig, für die Demokratie, für die Entwicklung und den Fortbestand, aber Debatten sollten sich sachlich und auf einer Ebene bewegen auf der es möglich ist in einen Dialog zu treten. Das alles beschäftigt mich gerade sehr, da ich mir nicht mehr sicher bin, ob und wie diese Hasstiraden und Wutausbrüche enden. Wie ich schon mal erwähnte, es bringt nichts und es führt zu nichts wenn ich mich dem Hass hinlege, das einzige was daraus auf lange Sicht resultieren wird ist Trauer und noch viel mehr Hass. Natürlich ist es gerade sehr hitzig, sehr emotionsgeladen und sehr nah an uns allen, dieser Hass, diese Angst und diese Ungewissheit, aber kopfloses Rachegeschrei und aus der Furcht getriebene Aktionen sind keine Lösung, sie tun für den Moment gut, aber führen zu nichts Gutem. Ich weiß, dass ich viel rede, viel kritisiere, aber keine Lösungen anbiete, dass liegt schlicht und einfach daran, dass ich selbst nicht weiß wie es weitergeht. Ich kann nur meine Gedanken, Ängste und Hoffnungen formulieren, nur leider habe ich keinen Plan für die Zukunft. Aber Hoffnung habe ich, die Hoffnung, dass alles gut wird, die Hoffnung, dass es Lösungen und Wege gibt, die Hoffnung, dass wir alle trotz unserer Angst und trotz Trauer und Wut immer Menschen bleiben und unsere Werte und Rechte hoch halten.

Lasst euch nicht unterkriegen

Eure Maria