Ihr fragt euch bestimmt, wieso ich meinen Einstand mit einem solchen Thema begehe und ganz ehrlich, ich frage mich auch ob das den Eindruck vermittelt den ich eigentlich an euch weitergeben möchte (den Eindruck einer soliden, fröhlichen Grundstimmung mit dem leichten Augenzwinkern). Aber ich habe mit dem Schreiben an diesem Blog begonnen um das zu verarbeiten, weiter zu geben und zu beschreiben was in mir und um mich herum vorgeht.

Und gerade, ganz aktuell, ist in meinem Kopf die große Frage,wie es möglich ist, dass eine Person in unserer Zeit einsam sein kann. Ich meine nicht das reine allein sein, keine körperliche Verlassenheit, keine Isoliertheit von anderen Menschen, sondern das Gefühl einsam zu sein, ohne Bedeutung für Andere. Wir sind heute so unglaublich eng miteinander verknüpft, durch unsere Medienvielfalt tausendfach aneinander gebunden, aber oft können wir einander trotz allem nicht erreichen. Die Augen sind beschäftigt, der Kopf schwirrt in Hast und Eile durch den Tag, der Körper strebt von Termin zu Termin und das Herz bleibt auf der Strecke. Entschuldigt wenn ich das überdramatisiere.

Kennt ihr den Moment in der Fußgängerzone wenn alle aneinander vorbei strömen, hunderte von Menschen, hunderte von Persönlichkeiten, hunderte von Geschichten? Alle ihre Leben überschneiden sich an diesem Platz und zu dieser Zeit. Doch sie bemerken es nicht, es ist faktisch unmöglich sich mit ihnen allen zu beschäftigen, aber der eine der hochschaut und deinen Blick kreuzt, kurz lächelt und dann weitereilt, dieser eine ist für einen Moment in deinem Kopf. Ich liebe diese kurzen Blicke, diesen Augenblick des Stillhaltens, den kleinen Kontakt mit einem Unbekannten. Es fühlt sich gut an nicht unbemerkt zu bleiben, selbst ein Lächeln zu hinterlassen und nicht in der Masse unterzugehen. Und ich frage mich wie es ist nicht aufzufallen, zu verschwinden. Damit meine ich nicht die Fußgängerzone, keinen spezifischen Ort und keine konkrete Begebenheit, sondern einen Menschen der von Anderen nicht gesehen wird, der einsam ist, mit sich selbst allein und es eigentlich gar nicht sein möchte. Es ist schwer diese Menschen zu sehen, sie ausfindig zu machen. An der Uni sehe ich sie zuweilen wenn sie vorbeigehen, den Kopf gesenkt, abseits der Gruppen und ich würde gerne zu ihnen gehen, aber ganz ehrlich, ich weiß nicht was ich sagen oder tun soll, es ist ja nicht so als würden sie ein Schild tragen und um Gesellschaft bitten, wer weiß vielleicht sind sie glücklich allein und wirken auf mich nur so traurig weil ich sie soßenden möchte, aber die anderen Möglichkeit ist, dass sie wirklich einsam sind und ich etwas, wenn auch nur für einen Augenblick oder zwei, daran ändern könnte und ihnen damit vielleicht etwas Glück schenken kann. Versteht mich nicht falsch, ich sehe ich nicht als die Erfüllung irgendwelcher Träume oder als Superwoman an, aber als einen Menschen der als Zuhörer und offenes Ohr, als Komiker, als Kummerkasten, als Gegenüber durchaus passabel ist. Wenn da die Startschwierigkeiten und Deutungsproblematiken nicht wären, wenn ich nur mehr Mut hätte einfach drauf los zu preschen, ich habe so viel Wollen und so wenig Tun in mir. Ich hoffe ich finde einen Weg und eine Möglichkeit das Wollen zu behalten und das Tun zu machen, wenn ihr irgendwelche Tipps habt, immer her damit!

Heute bleibt mir nur noch das folgende zu sagen:

Ich wünsche mir mehr Aufmerksamkeit füreinander, mehr Achtung voreinander und euch allen wünsche ich jemanden der auf euch aufpasst, der euch wahrnimmt. Es gibt zuviele Menschen die allein sind, zuviele Menschen da draußen die glauben, dass sie keine Bedeutung haben und in der Menge verschwinden. Ein Lächeln, ein freundlicher Blick, ein kurzer Gruß, manchmal sind es nicht die großen Dinge die den Unterschied machen, sondern die die von Herzen kommen und heute, in unserer schnellen Welt, ist das Schenken von Zeit und Aufmerksamkeit die schönste Gabe.

Passt auf euch auf,

Eure Maria